gateB AG

Bericht von den Creative Operations 2018

21. November 2018

Vernetzung, Schnelligkeit und Kreativität: Was wir an den Creative Ops gelernt haben

Wie man seinen Erfolg steigert mit der Integration seiner Marketingtechnologien, schnellem Agieren und indem man seine Leute befähigt, ihr Bestes zu geben.

Letzte Woche richtete Henry Stewart die Creative Operations 2018 in San Diego, Kalifornien, aus. Der Tag war reich an Präsentationen und Panels mit einigen der hellsten Köpfe im Bereich der kreativen Erstellung von Marketing-Content. Wir waren dabei und nahmen einige spannende – und umsetzbare – Erkenntnisse mit. Hier unsere drei wichtigsten Take-aways.

#1: Vernetzung ist matchentscheidend

Sarah Iskander, Managing Director der gateB Consulting Inc. (USA), betrat die Bühne für ein Referat über Marketingtechnologie. In einer Zeit, in der immer mehr Lösungen verfügbar sind im Bereich der Marketingtechnologien, sind Unternehmen schnell einmal verunsichert, ob sie auch wirklich die richtigen gewählt haben. Iskander gab in ihrem Referat den Zuhörern ein paar Tipps, wie sie ihre Technologien integrieren können und betonte, dass ein reibungsloses Zusammenspiel der Technologien ebenso wichtig sei wie die Lösungen selbst. 

  • Die richtigen Fragen stellen. Anstatt davon auszugehen, dass man eine spezifische Lösung braucht («Ich weiss, dass mein Team ein neues CMS braucht»), sollte man sich zuerst die entscheidenden Fragen stellen. Mit den Leuten an der Front zu sprechen, kann plötzlich zur Einsicht führen, dass eine ganz andere Lösung die Bedürfnisse besser befriedigt. Vielleicht braucht man gar keine neue Technologie, sondern ist besser bedient, indem man zwei isolierte Plattformen verbindet oder eine bestehende Lösung erweitert.
  • Es gibt keinen perfekten Stack. Die Versuchung ist gross, zu denken, der perfekte Stack sei das beste DAM plus das beste CRM plus das beste CMS etc. Aber dies wäre allzu einfach gedacht. Anstatt davon auszugehen, der perfekte Stack bestehe aus den besten individuellen Komponenten, sollte das Augenmerk darauf gerichtet werden, dass sie gut zusammenpassen. Vernetzung ist der Schlüssel, um den besten und nützlichsten Stack zu erhalten.
  • Individualisierung ermöglichen. Eine Komplettlösung mag einfacher zu implementieren sein, aber erfüllt sie genau Ihre Anforderungen? Sich die Zeit zu nehmen, Technologien masszuschneidern auf die eigenen Bedürfnisse, lohnt sich, denn so wird die Lösung besser und – langfristig – auch einfacher in der Handhabung.

«Vernetzung ist der Schlüssel zur erfolgreichen Nutzung von Technologien, aber ebenso wichtig ist es, die richtigen Leute zu haben und sie zu befähigen.»

#2: Schnelligkeit ist zentral

Im heutigen schnelllebigen Marketingumfeld müssen Unternehmen herausfinden, wie sie schnell agieren können. Technologie treibt das Tempo in die Höhe, und damit Schritt zu halten, ist leichter gesagt als getan. In den Präsentationen und in den Panels wurden umsetzbare Tipps gegeben, um die Handlungs- und Reaktionsfähigkeit zu erhöhen, ohne die Marke zu gefährden.

  • Die Kanäle studieren. Während es verführerisch sein kann, einen Content zu erstellen und ihn über alle Kanäle auszuspielen, zahlt es sich in der Regel aus, vorher zu überlegen, welchen Kanal man wie am besten bespielt. Social-Media-Beiträge sollten etwa kurz und knackig sein. Für umfangreichere Beiträge bietet sich das Arbeiten mit Templates an. Nicht jede Botschaft ist für jeden Kanal geeignet. Die Kanäle zu kennen, ist essentiell, um auf ihnen schnell agieren zu können.
  • Das Team befähigen. Bei Live-Videos kann man schnell nervös werden. Wie kann man sicher sein, dass nichts ausgestrahlt wird, das nicht zur Marke passt? Deshalb gilt es, die richtigen Leute zu finden und so auszubilden, dass die Markenkonsistenz sichergestellt wird. Indem das Team befähigt wird, schnell zu beurteilen, ob eine Kommunikation angemessen ist, kann es deutlich agiler agieren.
  • Transparent sein. Ein Redner führte aus, dass ganze 60 Prozent einer Projekt-Timeline in Feedback-Runden verbracht würden. Um diesen Anteil zu reduzieren, sollten alle Involvierten gemeinsam gebrieft werden beim Kickoff. Gemeinsam auf Feld eins zu stehen, minimiert das Risiko von Überraschungen unterwegs.

#3: Kreativität braucht die richtigen Leute

Weil der Anlass auf kreative Arbeitsvorgänge fokussierte (d. h. die Prozesse, welche es ermöglichen, in einem Unternehmensumfeld kreativ zu arbeiten), war Kreativität ein wiederkehrendes Thema. Wie kann man kreatives Arbeiten gewährleisten trotz knapper Deadlines und klar definierter Workflows? An der Creative Ops 2018 gab es Anregungen und Vorschläge dazu.

  • Die Kreativen ins Boot holen. Sosehr Kreative Freiraum brauchen, damit sie sich entfalten und ihre Flügel spreizen können, so sehr braucht es Prozesse, um deren Arbeit zu verfolgen und zu garantieren, dass die Dinge erledigt werden. Um diese Prozesse zu installieren, ohne den Kreativen das Gefühl zu geben, ihre Flügel würden beschnitten, muss man sie von Beginn weg involvieren bei der Entwicklung der Prozesse, welche sie betreffen. Am besten erstellen sie selber die Templates, welche sie benötigen, und legen die Zeitvorgaben fest, die für sie gelten werden. Wenn die Kreativen hier mitbestimmen dürfen, werden sie wenig Widerstand leisten.
  • Alle vernetzen. Wiederholt wurde auf die Problematik hingewiesen, dass diverse Stakeholder kein klares Verständnis haben dafür, was benötigt wird für kreatives Arbeiten. Zum Beispiel wissen sie nicht, wie viel Stunden es nur schon braucht, um ein Video zu rendern. Das Erschaffen von Kommunikationskanälen, in denen diese Stakeholder Klarheit dazu erlangen können, was es alles erfordert, um die von ihnen gewünschten Änderungen vorzunehmen, führt zu realistischeren Zeitvorgaben und macht alle zufriedener – die Kreativen und jene, die den Content brauchen.
  • Langweilige Tasks können auch ein Treiber für Kreativität sein. Entgegen der landläufigen Meinung können scheinbar nichtkreative Aufgaben den kreativen Prozess unterstützen. Die Zeit, die man damit verbringt, ein grundlegendes kreatives Briefing zu erstellen, gibt den Kreativen gleichzeitig klare Parameter, mit denen sie arbeiten können. So werden Feedback-Runden und Frustrationen minimiert. Solche Guidelines verschaffen den Kreativen folglich gar mehr Freiheit.

Die Creative Operations 2018 gaben den Teilnehmern wichtige Take-aways auf den Weg. In unserer digitalen Welt ist Vernetzung der Schlüssel, um aus Marketingtechnologien den grössten Nutzen zu ziehen und Kommunikationswege zu eröffnen. Und, nicht zu vergessen: Kreativität erfordert – wie die meisten Arbeiten – die richtigen Leute und dass man sie richtig einsetzt und einbezieht.


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